Isometric NYC – New York im SimCity-Style
Als Kind hat Andy Coenen viel Zeit mit Videospielen verbracht, vor allem mit Aufbau- und Worldbuilding-Simulationen wie SimCity 2000 oder Rollercoaster Tycoon. Diese Mischung aus Übersicht, Kontrolle und diesem ganz speziellen 90er-Jahre-Look hat sich festgesetzt. Und irgendwann stand er auf einem Balkon in New York, blickte auf die Stadt – und dachte sich: Wie würde das eigentlich aussehen, wenn man diese reale Megacity in genau diesem Stil neu denkt?
Daraus entstand die Idee, eine riesige isometrische Pixelart-Karte von New York City zu bauen. Das Ganze war mehr als eine Spielerei und wurde zu einem High-Tech-Experiment: Wie weit lassen sich moderne generative Modelle und Coding-Agents heute treiben, wenn man ihnen ein Problem in dieser Größenordnung vorsetzt?
So überwältigend das Ergebnis ist, so faszinierend war der Weg dahin. Statt klassisch zu programmieren, lief ein Großteil der Arbeit über KI-gestützte Tools wie Gemini, Claude oder Cursor – teilweise so weit, dass kaum noch selbst Code geschrieben wurde. Gleichzeitig ging es genau um das, was viele kreative Prozesse bisher blockiert hat: diese endlosen, repetitiven Aufgaben, die Ideen eigentlich unmöglich machen, weil sie schlicht zu groß sind.
Die Stadt wurde dabei also nicht in Handarbeit zusammen gesetzt, sondern technisch zerlegt: reale Geodaten, 3D-Stadtmodelle und Satelliteninformationen wurden in kleine Kacheln heruntergebrochen und anschließend Stück für Stück in diesen isometrischen Look übersetzt. Ein Prozess, der früher ein ganzes Studio beschäftigt hätte – und hier im Grunde von einer Person orchestriert wird, unterstützt von Maschinen.
Und genau da liegt der eigentliche Reiz dieses Projekts: Es geht weniger darum, dass KI Kunst „ersetzt“, sondern darum, dass plötzlich Dinge machbar werden, die vorher schlicht nicht skalierbar waren. Oder anders gesagt: Die Idee war nie, effizienter zu werden – sondern endlich groß genug denken zu können.
